Wellness

Medical Yoga, Somatic Work und haki: Was steckt hinter den neuen Retreat-Trends?

Medical Yoga, Somatic Work, Kaltbaden oder haki – die Programme moderner Wellness-Retreats klingen manchmal wie ein eigenes Gesundheitslexikon. Im Hotel Hochschober am Turracher See lassen sich im Herbst 2026 genau diese Methoden ausprobieren. TravelWell erklärt, was sich hinter den Begriffen verbirgt – und welche fünf besonderen Auszeiten von September bis November angeboten werden.

Yoga kennt jeder. Meditation ebenfalls. Doch wer heute die Programme moderner Wellness- und Gesundheitsretreats liest, stößt auf Begriffe wie Medical Yoga, Somatic Work oder Nervensystem-Regulation. Dazu kommen eigene Behandlungskonzepte wie haki oder Klassiker, die gerade eine Renaissance erleben – beispielsweise das Baden in eiskaltem Wasser.

Was davon ist tatsächlich neu? Und was verbirgt sich hinter den teilweise erklärungsbedürftigen Bezeichnungen?

Das Vier-Sterne-Superior-Hotel Hochschober am Turracher See hat für den Herbst 2026 fünf sehr unterschiedliche Retreats zusammengestellt. Zwischen September und November geht es um Frauengesundheit und Healthy Longevity, Paarbeziehungen, Kaltbaden, haki und Medical Yoga. Zum Hochschober gehören ein beheiztes Seebad im Turracher See, ein orientalischer Hamam und ein Chinaturm direkt am Wasser. Die Retreats nutzen damit nicht nur Yoga- und Spa-Räume, sondern beziehen See, Berge, Wasser und Natur in die Programme ein.

Medical Yoga: Ist es wirklich medizinisch?

Der Begriff klingt zunächst, als handele es sich um eine klar definierte medizinische Therapieform. Ganz so eindeutig ist es allerdings nicht.

Medical Yoga wird als Sammelbegriff für Yoga verwendet, das gezielt in einem gesundheitlichen oder medizinischen Kontext eingesetzt wird. Neben Körperhaltungen können Atemtechniken, Meditation und Achtsamkeitsübungen dazugehören. Anders als in einer klassischen Yogastunde steht dabei weniger das Beherrschen bestimmter Asanas im Mittelpunkt als vielmehr die Anpassung an gesundheitliche Voraussetzungen und ein konkretes Trainingsziel.

Eine einheitliche Definition oder weltweit standardisierte Ausbildungen gibt es jedoch nicht. Eine wissenschaftliche Arbeit von 2026, die sich mit der Standardisierung von Yoga im Gesundheitswesen beschäftigt, weist ausdrücklich auf unterschiedliche Definitionen und Ausprägungen von Medical Yoga hin. Entscheidend ist deshalb, was der jeweilige Anbieter darunter versteht, wer das Training leitet und für welche Teilnehmer es konzipiert wurde.

Bei der Ladies Health Week im Hochschober stammt das Medical Yoga aus dem RE.NYOU-Konzept von Dr. Isabella Schwartz. Die Allgemeinmedizinerin beschäftigt sich unter anderem mit Präventiv- und Ernährungsmedizin, Traditioneller Chinesischer Medizin, Akupunktur und moderner F.X.-Mayr-Medizin. Ihr eigenes RE.NYOU-Konzept verbindet medizinische Prävention, Ernährung, Bewegung, Coaching und Longevity; auch in den Retreats auf Mallorca gehören Medical beziehungsweise Somatic Yoga zum Programm. RE.NYOU ist damit keine eigenständige medizinische Therapie.

Somatic Work: Den Körper wahrnehmen

Noch häufiger taucht derzeit das Wort somatisch in Retreat-Programmen auf. Es leitet sich vom griechischen soma, Körper, ab. Bei Somatic Work oder somatischen Übungen richtet sich die Aufmerksamkeit stärker auf das eigene Körperempfinden als auf eine möglichst perfekte Bewegung. Wie fühlt sich eine Haltung an? Wo entsteht Spannung? Was verändert sich, wenn Bewegungen langsamer ausgeführt werden? Wie reagiert der Körper auf die Atmung?

Entsprechend ruhig können solche Einheiten aussehen. Statt komplizierter Yoga-Positionen kommen langsame Bewegungen, bewusste Atmung, Körperwahrnehmung und Entspannung zum Einsatz.

Damit fügt sich Somatic Work in einen größeren Wellbeing-Trend ein: Stressregulation und das autonome Nervensystem spielen inzwischen in zahlreichen Retreat-Konzepten eine wichtige Rolle. Allerdings ist auch Somatic Work keine einzelne, klar definierte Behandlungsmethode. Hinter dem Begriff können sich je nach Anbieter sehr unterschiedliche Verfahren verbergen.

haki: Entspannung für Kopf, Nacken und Schultern

Während Medical und Somatic Yoga inzwischen in verschiedenen Gesundheitskonzepten auftauchen, ist haki® eine konkrete, von Harald Kitz entwickelte Methode.

Interessant ist ihre Verbindung zum Hochschober: Kitz arbeitete früher selbst in dem Hotel und entwickelte dort die Grundlagen seines Behandlungskonzepts, bevor haki auch in andere hochwertige Spa- und Wellnesshotels einzog.

Die Methode richtet den Fokus besonders auf Kopf, Nacken und Schultern – Körperbereiche, in denen viele Menschen Anspannung wahrnehmen, wenn sie lange sitzen oder unter Stress stehen. Je nach Anwendung wird auf einer Behandlungsliege oder im Wasser gearbeitet. Bei haki Flow beispielsweise führt der Therapeut den Körper durch warmes Wasser und kombiniert dabei Zug-, Dehn- und Rotationsbewegungen von Wirbelsäule und Becken.

Während der haki-Woche im Oktober geht es um sanfte Körper- und Atemübungen, Einheiten im orientalischen Hamam sowie eine stille und eine nächtliche Wanderung. Individuelle Behandlungen lassen sich zusätzlich buchen.

Kaltbaden: Was macht die Kälte mit dem Körper?

Wesentlich weniger erklärungsbedürftig erscheint zunächst das Kaltbaden. Doch gerade hier sind die Versprechen häufig besonders groß.

Das Eintauchen in kaltes Wasser löst unmittelbar deutliche Reaktionen des Organismus aus. Blutgefäße verengen sich, Herzfrequenz und Atmung können sich verändern und der Körper reagiert auf den Kältereiz mit einer ausgeprägten Stressantwort.

Kälteexposition wird inzwischen unter anderem im Zusammenhang mit Regeneration, Stoffwechsel, Stimmung und Stress untersucht. Das bedeutet jedoch nicht, dass regelmäßiges Kaltbaden pauschal „das Immunsystem stärkt“. Die Studienlage ist wesentlich differenzierter, als es die populäre Vorstellung vom Immunbooster im Eisbad vermuten lässt.

Genau deshalb ist ein angeleitetes Retreat etwas anderes als der spontane Sprung in einen winterlichen See. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen sollten vor intensiver Kälteexposition medizinisch abklären, ob sie überhaupt geeignet ist.

Auf der Turracher Höhe bekommt das Ganze allerdings eine ziemlich authentische Kulisse: Das Training findet nicht in einer künstlichen Kältekammer statt, sondern im Turracher See auf rund 1.800 Metern Höhe. Atemübungen und Meditation begleiten die Kaltbade-Sessions.

Retreats im Hotel Hochschober

Die fünf Programme von Mitte September bis Mitte November setzen bewusst unterschiedliche Schwerpunkte. Einige sind neu, andere gehören bereits seit mehreren Jahren zum Angebot des Hotels.

Ladies Health Week vom 13. bis 18. September 2026

Das medizinischste der fünf Programme richtet sich ausschließlich an Frauen. DieLadies Health Week verbindet Healthy Longevity und Prävention mit Medical Yoga und somatischer Körperarbeit nach dem RE.NYOU-Konzept.

Jeder Tag widmet sich einem anderen Schwerpunkt – darunter Kraft, Balance, Regeneration und Beautiful Aging. Morgens steht Medical Yoga auf dem Programm, abends folgen Somatic-Einheiten. Ergänzt wird das Retreat durch eine antientzündlich ausgerichtete Küche; Akupunktur, TCM-Anwendungen und weitere Angebote können optional hinzugebucht werden.

Kraftquelle Kaltbaden vom 4. bis 9. Oktober 2026

Atemtechniken, Meditation und Entspannungsverfahren bereiten auf die Kaltbade-Sessions im Turracher See vor. Dabei geht es nicht nur um die Überwindung beim Einstieg ins kalte Wasser, sondern auch darum, den eigenen Umgang mit Stressreaktionen wahrzunehmen und Strategien für den Alltag kennenzulernen.

haki®-Woche vom 19. bis 23. Oktober 2026

Körperübungen, Atemarbeit im Hamam, stille Wanderung und Nachtwanderung bilden den Rahmen. Wer haki nicht nur als Bewegungs- und Entspannungskonzept kennenlernen, sondern auch die eigentlichen Anwendungen erleben will, kann individuelle Behandlungen zusätzlich buchen.

Yoga am Berg vom 1. bis 13. November 2026

Zum Abschluss wird es klassischer – zumindest dem Namen nach. Die regelmäßig angebotenen Yoga-am-Berg-Wochen gehen Anfang November in die Wintersaison. Vom 1. bis 6. November steht „Find your Winter Flow“ auf dem Programm, vom 8. bis 13. November folgt ein weiterer Yoga-Schwerpunkt. Bis zu drei Einheiten täglich ermöglichen wesentlich intensiveres Training als die übliche einzelne Yogastunde im Wellnesshotel. Die November-Wochen werden aktuell ab 1.135 Euro pro Person für fünf Nächte angeboten.

Informationen

Das familiengeführte Vier-Sterne-Superior-Hotel Hochschober liegt direkt am Turracher See auf rund 1.800 Metern Höhe. Es verfügt über ein beheiztes See-Bad, in dem man auch bei niedrigen Außentemperaturen im See schwimmen kann, einen orientalischen Hamam, einen vierstöckigen Chinaturm am Ufer sowie eine Waldvilla mit Fitnessstudio und Bewegungsraum. Das Kristall-Spa umfasst auf 6.000 Quadratmetern mehrere Saunen und Ruheräume direkt am Seeufer.

Eine Übernachtung im Klassik-Zimmer kostet laut Hotel ab 400 Euro für zwei Personen inklusive Verwöhnpension und mehr als 100 Inklusivleistungen. Für die Retreat-Wochen gelten je nach Termin und Zimmer eigene Preise. Mehrere der fünftägigen Herbstprogramme werden aktuell ab rund 1.135 Euro pro Person angeboten.

www.hochschober.com/angebote

Text: Redaktion
Fotos: Hotel Hochschober/Thomas-Sobian WeKnowMedia