Sauna auch auf Reisen nutzen
Warm mit bunten Lichtern und Musik? Heiß und feucht mit Aufguss? Oder noch heißer, trocken und mit offenem Feuer? Auch auf Reisen ist die Sauna wichtig – und zwar egal, in welcher Klimazone man gerade ist. Wärme und Hitze, die viele Menschen gerade in der kalten Jahreszeit als besonders angenehm empfinden, sind das ganze Jahr hindurch gesund. Es gilt: Je öfter, desto besser. Und zwar am besten täglich. Denn Saunieren hat jede Menge Vorteile für die Gesundheit.
Auch im Urlaub oder während einer Geschäftsreise unterstützen Saunagänge die Entspannung. Zu einem Wellness-Aufenthalt gehören sowieso verschiedene Saunen, die nach Belieben genutzt werden. Doch auch Business-Gäste profitieren von der Sauna im Spa des Hotels. Vor allem diejenigen, die auch im Gym trainieren, sollten die Sauna-Routine wie zu Hause beibehalten. In erster Linie, um die Muskulatur nach dem Sport in der Wärme zu entspannen, aber auch, um das Immunsystem zu stärken. Das ist auf Reisen besonders wichtig.
Mit der Steigerung der Hauttemperatur um etwa zehn Grad erhöht sich die Körpertemperatur auf circa 38 Grad. Das täuscht dem Immunsystem Fieber vor und es reagiert sofort mit vermehrter Freisetzung von Interferon, einem körpereigenen Abwehrstoff. Da sich die gesamte Durchblutung verbessert, können Krankheitserreger bereits in den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraumes abgefangen werden.
Senkt den Blutdruck und leitet Schadstoffe aus
Der Klassiker in Hotels ist die finnische Sauna: Mit einer Temperatur zwischen 80 und 100 Grad sowie einer Luftfeuchtigkeit um die 20 Prozent ist dies der beliebteste Typ der „Schwitzstuben“, wie das finnische Wort Sauna übersetzt heißt. Bei einem Aufguss erhöht sich die Luftfeuchtigkeit kurzzeitig auf etwa 30 Prozent. Durch die Hitze erweitern sich alle Gefäße, was die Durchblutung anregt. Um den Körper vor Überhitzung zu schützen, kühlen etwa drei Millionen Schweißdrüsen die Haut. Das hat einen weiteren Vorteil: Schadstoffe werden aus dem Organismus ausgeleitet.

Saunieren wirkt sich zudem positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Der Wechsel zwischen Hitze und Kälte, also dem Erweitern und Zusammenziehen der Gefäße, hält die Blutgefäße elastisch und beugt Bluthochdruck vor. Während des Saunagangs schlägt das Herz schneller, so dass der Blutdruck zunächst steigt. Beim Abkühlen sinkt er wieder – was bei regelmäßigem Saunieren auch langfristig positive Effekte haben kann. Wichtig ist eine langsame Abkühlung nach jedem Saunagang. Auf keinen Fall direkt ins Tauchbecken steigen oder unter einen Eimer mit eiskaltem Wasser stellen! Stattdessen mit dem kalten Guss am rechten Fußgelenk beginnen und ihn langsam über beide Beine und Arme zum Herzen hinfließen lassen. Am Schluss – wenn überhaupt – nur wenige Sekunden ins kalte Becken eintauchen.
Sehr sanft und schonend kühlt, wer nach dem Saunagang eine Weile draußen spazieren geht und im wahrsten Sinne des Wortes „abdampft“. Die Ruhe nach Sauna und Abkühlen ist ebenso wichtig: Liegend, mit warmem Bademantel und eventuell einer Decke etwa eine Viertelstunde vor dem nächsten Saunagang entspannen. Wichtig: Viel, aber langsam und nicht zu Kaltes trinken, denn pro Saunagang verliert man etwa einen halben Liter Flüssigkeit.


Um Kreislauf, Durchblutung und Schwitzen richtig in Schwung zu bringen, am besten zehn bis 15 Minuten in der Sauna bleiben. Jedoch entscheidet immer das persönliche Empfinden über die Verträglichkeit. Optimal ist, den Saunagang im Sitzen zu beginnen, sich dann hinzulegen und für die letzten zwei Minuten wieder hinzusetzen. Das beugt Kreislaufstörungen vor und verhindert Schwindel. Übrigens kann Saunieren nicht nur schmerzlindernd bei verspannten Muskeln wirken, sondern auch bei Rheuma und Arthrose.
Die ersten Saunen waren in Höhlen
Die Erdsauna ist wohl die heißeste Sauna – und vor allem die trockenste. Mit weniger als zehn Prozent Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur bis zu 110 Grad sicherlich nur etwas für erfahrene Saunagänger. Doch wo sie zu finden ist, hat sie schnell viele Fans. Denn oftmals sorgt ein offenes Kaminfeuer im Inneren für eine ganz besondere Atmosphäre. Die Erdsauna gilt als eine der ältesten Sauna-Arten. Sie liegt ganz oder teilweise unter der Erdoberfläche, besitzt keine Fenster, ist dunkler als andere Saunen und symbolisiert heute noch ihre Ursprünge in finnischen Höhlen oder Erdlöchern, die mit Holzstämmen, Laub, Moos und Flechten überdacht waren. Steine, die im Feuer erhitzt wurden, erwärmten die Höhlen. Für Einsteiger und alle, die sich möglichst lange entspannen wollen, ist die Biosauna die richtige. Durchschnittlich 55 bis maximal 60 Grad warm, verfügt dieser Sauna-Typ meist auch über eine Farbtherapie und Meditationsmusik. Verschiedene Farben sollen dabei unterschiedliche Organe anregen, vor allem aber als Stimmungsaufheller fungieren. Die Luftfeuchtigkeit ist deutlich höher als in finnischen Saunen und liegt bei rund 50 Prozent. Klassische Aufgüsse gibt es daher nicht, vielmehr kommen ätherische Öle zum Einsatz. Eine milde, kreislaufschonende Sauna, die sich bei Herbstblues und Winterdepression bewährt hat.
Text: Daniela Kebel
Fotos: a.dl/BillionPhotos.com/Thierry Provost/ribalka yuli


